Der Marco Polo-Malaysia ist ein typischer Marco Polo-Führer, der aber leider negativ herausfällt. Die Marco Polo sind anders als die Konkurrenz von LP oder Stefan Loose nicht geeignet, um tief und in die letzte Ecke des Landes mit umfangreichen Informationen vorzudringen, sondern eher für einen ersten Überblick mit etwas Tiefgang für die Hauptattraktionen. Dieses Buch der Reihe erfüllt jedoch nichtmal diese Anforderung. Das Buch teilt das Land in den West- und Ost-Teil mit Borneo auf, was sinnvoll ist. Außerdem widmet es sich angemessen umfangreich der Hauptstadt Kuala Lumpur, auch zu George Town und Melaka finden sich einige gute Infos. Darüber hinaus konnte er uns allerdings kaum überzeugen.

Beim Lesen des Buches entsteht der Eindruck, man lese viel und erhalte doch kaum Informationen – als hätten die Autoren über Malaysia viel gehört, ohne es konkret machen zu können. So fehlt es oftmals an konkreten Tipps. Etwa zu den Cameron Highlands – einem der Highlights Westmalaysias. Sie kommen nur mit einer halben Seiten vor und das ohne Restaurants- oder Wandertipps und nichtmal mit der Einsortierung, dass es doch ganz anders ist als in beschaulichen Alpendörfern.
Auch dem Taman Negara-Nationalpark widmet sich dieser Führer nur oberflächlich: So wird er zwar zutreffend als eine Top-Empfehlung hervorgehoben. Doch im kurzen Text wird von vielen Wanderungen geschwärmt ohne zu erwähnen, dass man kaum eine auf eigene Faust laufen kann. Zur sonstigen Infrastruktur – etwa den Floating-Restaurants– schweigt der Führer ebenso wie zu konkreten Tipps, wo man gut schlafen kann oder welcher Anbieter die beste Nacht-Djungel-Tour im Programm hat. Leider fällt genau diese Informationsdürre gleich mehrfach im Marco Polo Malaysia auf.
Dieser Bewertung liegt ein Rezensionsexemplar zugrunde. Eine redaktionelle Einflussnahme fand nicht statt.