Stefan Loose Vietnam

Der Stefan Loose „Vietnam“ ist einer der aktuellsten Vietnam-Führer in deutscher Sprache (Stand Jan 2024). Schon deshalb hatten ihn viele Menschen aus dem D-A-CH-Raum, die wir in Vietnam getroffen haben, dabei. Zu recht – und zwar nicht nur wegen der Aktualität.

Der Reiseführer überzeugt durch eine Fülle an Informationen. Die Autoren erarbeiten das Land stringent von Nord nach Süd und decken jede Region und fast jede Stadt ab. Für Urlaubsreisende ist alles nötige ausführlich erklärt; für Reisende mit mehreren Wochen Zeit lohnt es sich allerdings darüberhinaus noch selbst zu recherchieren, welche weiteren Ecken des Landes lohnend sind.

Durch das Erscheinen 2023 sind viele Corona-Entwicklungen abgedeckt. Das ist ein echter Vorteil. Gleichzeitig ist es aber auch ein Haken: denn aktuell scheint der Tourismus noch etwas hinterherzuhinken. Das kam uns zwar nicht so vor, berichteten aber viele Locals. Und wenn der Tourismus erstmal wieder so richtig angelaufen ist, dürften einige Infos schnell überholt sein. Schon jetzt stimmen manche Preise im Führer nicht mehr – in Tâm Coc und Trang An (Ninh Binh) spricht der Loose etwa noch von separaten Passagier- und Bootspreisen. Bei unserem Besuch Ende November gab es nur noch einen Einheitspreis und der lag merklich höher.

Das Autoren-Paar Markand gibt für jede Region und Stadt Restaurant- und Hotelempfehlungen. Ein Vorteil: Für alle Budgetklassen. Denn auch wenn Loose nicht das Image eines Backpacker-Führers pflegt wie etwa der Lonely Planet, sind auch für Low Budget-Traveller Tipps dabei. Diese leben von den persönlichen Erfahrungen. Wir haben manche befolgt, die auch gut waren. Oft decken sich die Tipps aber nicht mit den höchstbewerteten Lokalitäten, die sich online finden lassen. Nun ist der persönliche Einschlag immer relativ und in Vietnam wechseln Betreiber schnell, neue Anbieter kommen ebenso schnell hinzu. Dennoch können die Loose-Tipps gute erste Anlaufstellen sein. Es lohnt aber unserer Erfahrung nach genauso, selbst nochmal zu recherchieren. Zum Beispiel in Ho Chi Minh: die von Loose empfohlenen Unterkünfte und Restaurants wirken durchschnittlich. Wir haben dafür das Saigon Rooftop‘s Hostel entdeckt, das erst wenige Wochen alt war und mit einer eigenen Open Air-Bar überzeugt.

Ein Reisehighlight, das wir ohne Loose nicht gefunden hätten: der Cat Tien-Nationalpark

Bei allem Lob für das orangene Buch, haben wir aber auch einen Kritikpunkt: der Führer gibt gute Überblicke und Ideen. Für die gezielte Planung und Organisation fehlt allerdings oft die Detailtiefe. Teils stimmen Infos auch nicht – etwa wie es sich mit dem Local Bus von Ho Chi Minh nach Cat Tien oder zu den Tunneln von Cu Chi kommen lässt. Diese Infos mussten wir dann selbst recherchieren. Für uns war das in Ordnung – wir wissen im Netz zu recherchieren und wenn all diese Detailinfos aufgelistet und beschrieben wären, würde das den Rahmen wohl auch sprengen. Das zu wissen, wenn man sich für den Loose entscheidet, halten wir aber für wichtig.

Unser Fazit: wir sind sehr froh, dass wir den Stefan Loose Vietnam auf die Reise mitgenommen haben. Er gibt die Infos, Überblicke und Anregungen, die online so nicht zusammengestellt auffindbar sind. Ohne den Loose hätten wir etwa nicht das Highlight der Reise gefunden: den Cat Tien Nationalpark. Auch wären wir wohl – wie viele andere – zur Ha Long-Bay gefahren und nicht auf das weniger überrannte Cat Ba. Und vor allem gibt er für alle wirklich an der Reisedestination Interessierten Infos zu Land, Natur und Menschen. Ich gebe daher mit oben genannten Extra-Tipps für den Umgang eine klare Kaufempfehlung.

Der Reiseführer:

Stefan Loose – Vietnam

von Andrea und Markus Markand

7. Auflage, 2023

Transparenzhinweis: Für diesen Artikel wurde mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Eine redaktionelle Einflussnahme fand nicht statt, Bedingungen wurden nicht gestellt.